Standpunkte

Gefühle

„Gefühle entziehen sich der Logik des Verstandes. Sie sind nicht messbar, sperrig gegenüber Argumenten und zickig in Bezug auf vernünftige Erklärungen.“

„Gefühle sind Wegweiser spontanen Handelns. Sie setzen in Bewegung oder blockieren.“

„Menschen mit Suchterkrankungen brauchen Kontakt mit ihren Gefühlen, weil die Überforderung im emotional-sozialen Bereich oft eine Quelle des Suchtverhaltens war.“

Kinder & Gefühle

„Den Gefühlen der Kinder wird von der Öffentlichkeit viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.“

„Kinder sind Glückskinder, wenn sie in vielfältigen Gefühlslandschaften zu Hause sind.“

„In fast allen Kindern »tobt« oder zumindest bewegt sich ein reiches vielfältiges Gefühlsleben, zu dem wir Erwachsene leider oft nur geringen Zugang haben.“

„Kinder gehen mit ihren Gefühlen oft ins Leere, erhalten auf ihre emotionalen Regungen keine oder unangemessene Echos und hören dann häufig resignierend auf, überhaupt Gefühle zu zeigen.“

Würde

„Würde entsteht nicht aus sich heraus, sondern bedarf der Resonanz anderer. Damit Würde wachsen kann, müssen Menschen gewürdigt werden.“

„Würde ist keine Eigenschaft des Menschen, sondern ein Prozess, eine Aktivität und manchmal ein regelrechter Kampf. Würde ist Ausdruck und oft Ergebnis des Würdigens.“

„Die Würde vieler Klientinnen und Klienten, die eine Therapie beginnen, ist beschädigt. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach Würde. Daher gilt es in der Therapie die Würde zum Thema zu machen.“

Trauma & Heilung

„Ob und wie die Wunde des Traumas heilen kann, wird wesentlich davon bestimmt, ob Opfer sexueller Gewalt in der Zeit danach Trost, Halt, Parteilichkeit und andere Formen der Unterstützung erfahren oder ob sie mit ihrer Situation allein gelassen bzw. beschämt und beschuldigt werden.“

„Kreative Methoden helfen da, wo Worte allein nicht reichen“.

Demenz

„Erinnern ist ein komplexer Prozess, der nicht nur das Denken betrifft. Daher gilt es bei Demenz, Wege des Kontaktes zu finden, die das Erleben ansprechen und somit das Herz berühren.“

„Demenz ist mehr als Gedächtnisverlust oder eine Denkstörung. Demenz verändert das Gefühlsleben der Betroffenen tief greifend und nachhaltig.“

„Um Menschen mit Demenz würdigend begleiten zu können, ist es notwendig, deren Gefühlsleben zu kennen.“

Ängste & Therapie

„Ängste machen wie alle Gefühle Sinn. Sie regulieren spontanes Verhalten und soziale Begegnungen und sind wichtig, um uns Menschen zu schützen. Therapeutisch und klinisch relevant sind Ängste, wenn sie sich von diesem Sinnhaften lösen und Menschen unter ihnen leiden.“

„Traumatische Erfahrungen werden als existenzielle Bedrohung erlebt und können tiefe Ängste hervorrufen, die durch Trigger reanimiert werden können.“